Alles Wissenswerte über Wasserkefir

Was ist Wasserkefir?

Wasserkefir ist ein Getränk, das sowohl wegen seines prickelnden spritzigen Geschmacks als auch wegen seiner beeindruckenden gesundheitlichen Vorteile beliebt ist.

Das schmackhafte probiotische Getränk enthält nicht nur ein interessantes Aroma, sondern stärkt nachweislich auch die Immunität, verlangsamt das Wachstum von Krebszellen und verbessert die allgemeine Gesundheit. Das Beste an dem Getränk ist jedoch, dass es mit wenigen einfachen Zutaten je nach Geschmack selbst zuzubereiten ist.

Wasserkefir wird durch Fermentation unter Verwendung von Kefirkristallen hergestellt. Dabei werden die Kristalle und einige Trockenfrüchte in gezuckertes Wasser gegeben. Nach einer Gärzeit von 24 bis 48 Stunden verwandeln die nützlichen Bakterien die Flüssigkeit in ein sprudelndes fermentiertes Getränk, das wie eine erfrischende Limonade schmeckt. Wenn du schon einmal etwas von Kombucha oder Kefir aus Milch gehört hast, kommt dir einiges sicherlich bekannt vor. Dieses fermentierte Getränk wird seit einigen Jahren immer beliebter. Durch seine guten Eigenschaften hat es sich längst zu einem gesunden Trendgetränk entwickelt.

Wie sehen Wasserkefir Kristalle aus und wie sind sie beschaffen?

Kefirkristalle sind eine Gruppierung von gallertartigen Kügelchen, die wie halb durchsichtige Kristallsteine erscheinen. Durch ihr Aussehen werden sie auch als Japanische Meeresalge oder Japankristalle bezeichnet. Sie bestehen aus Milchsäurebakterien sowie Hefepilzen und durchlaufen mehrere Phasen von kleinen gleichmäßigen Formen bis zu großen ungewöhnlichen Exemplaren mit Kanten und Beulen. Teilweise sind sie glatt wie Glas oder knubbelig wie Blumenkohl. Normalerweise sind die halbtransparenten Kristalle klar. Wenn sie mit einer geringen Menge an raffiniertem Zucker verarbeitet werden, färben sie sich hell- bis dunkelbraun. Kefir Kristalle hüpfen leicht, sind glatt und können von der Größe eines Reiskorns bis zu fünf Zentimetern reichen. Sie sind leicht zerbrechlich, wenn sie zerquetscht werden, was sie jedoch locker überleben.

Der Geschmack von Wasserkefir

Der Geschmack von Wasserkefir ist halbsäuerlich, spritzig, mild und süß. Er variiert stark, je nach dem verwendeten Zucker und der Gärzeit. Einige Menschen erwarten einen stärkeren Kick oder mehr Biss bei dem Gebräu. Doch er ist erst dann extrem spritzig oder prickelnd, wenn er eine Fermentation von einem oder zwei Tagen durchlaufen hat, danach unmittelbar aromatisiert und in Flaschen abgefüllt wurde. Letztendlich kommt es auf das Rezept an, das entweder einfache klassischen Zutaten oder extravagante Kombinationen mit exotischen Früchten, Kokosnusswasser oder ausgefallenen kostspieligen Zuckerarten enthält. Das prickelnde fermentierte Getränk gleicht einem Softdrink, jedoch mit dem Unterschied, dass eine Vielzahl an gesundheitlichen Vorteilen bietet.

Die Wirkung von Wasserkefir auf den Körper

Probiotika für die Darmgesundheit, Krebsprävention und das Immunsystem

Wasserkefir enthält eine gute Mischung aus Bakterien und Hefen. Seine bedeutendsten Vorteile sind der probiotische Gehalt. Probiotika sind wertvolle Bakterien, die im Darm gefunden werden und eine bedeutende Rolle in Bezug auf die Gesundheit spielen, von der Krebsprävention bis zur Immunfunktion und darüber hinaus. Joghurt ist in der heutigen Ernährung zwar die bekannteste Quelle für Probiotika, aber Kefir gilt eigentlich als eine bessere Quelle, da er ein vielfältiges Spektrum an Bakterien und Hefen liefert. Tatsächlich zeigen einige Untersuchungen, dass Kefir bis zu 56 verschiedene Bakterien- und Hefestämme enthalten kann.

Wasserkefir hilft bei der Bekämpfung von Krebszellen

Einige Studien haben ergeben, dass Wasserkefir dazu beitragen kann, das Wachstum bestimmter Krebsarten zu verringern. Eine davon ergab, dass Kefir das Wachstum von Brustkrebszellen wirksam blockiert während eine andere Studie ergab, dass Kefir auch gegen Dickdarm- und Blutkrebs wirkt.

Da Kefir reich an Probiotika ist, begünstigt er auch die Stärkung des Immunsystems, um die Krebsprävention zu unterstützen. Inwieweit Wasserkefir das Wachstum und die Entwicklung von Krebszellen beim Menschen beeinflusst, ist noch nicht ausreichend zu belegen und bedarf weiterer Forschungen.

Wasserkefir stärkt das Immunsystem

Durch die hohe Konzentration an nützlichen Bakterien trägt die Beigabe von Wasserkefir zur täglichen Ernährung zur Stärkung des Immunsystems bei. Einige Stämme der Probiotika sollen dabei helfen, das Risiko von Darminfektionen zu verringern. Zudem verhindern sie das wiederholte Auftreten von Harnwegsinfektionen bei Frauen. In Tierversuchen hat sich auch gezeigt, dass Kefir Entzündungsreaktionen unterdrückt, durch die Probleme wie Asthma ausgelöst werden.

Wasserkefir ist vegan und milchfrei

Traditionell wird Kefir aus Kuh- oder Ziegenmilch in Kombination mit Kefirkulturen hergestellt, um ein dickflüssiges, probiotisches reichhaltiges Getränk herzustellen. Da Wasserkefir jedoch unter Verwendung von Zuckerwasser hergestellt wird, ist er eine gute Option für diejenigen, die sich aus gesundheitlichen Gründen, aufgrund von Ernährungsbeschränkungen oder aus persönlichen Gründen gegen Milchprodukte entscheiden. Insbesondere für ernährungsbewusste Menschen, die sich milchfrei oder vegan ernähren, ist er perfekt geeignet.

Nebenwirkungen von Wasserkefir

Die meisten Menschen vertragen Wasserkefir, wobei ein minimales Risiko für unangenehme Symptome besteht. Wie bei anderen probiotischen Nahrungsmitteln gehören zu den häufigsten Nebenwirkungen Verdauungsprobleme wie Blähungen, Übelkeit, Verstopfung und Krämpfe. Nach regelmäßigem Verzehr nehmen die Nebenwirkungen tendenziell ab. Bei Bedenken sollte vor dem Genuss von Wasserkefir mit dem Hausarzt gesprochen werden.

Die Geschichte des Wasserkefirs

Die Geschichte des Wasserkefirs ist weniger bekannt. Es ist nicht mit Sicherheit zu bestimmen, wie weit die Zeit zurückreicht, in der die Menschen Wasserkefirkristalle verwendet haben. Es existieren keine Aufzeichnungen über ihre Geschichte, aber es handelt sich um viele Jahrhunderte oder sogar noch mehr. Obwohl die Kristalle des Wasserkefirs den Kulturen des Kefirs aus Milch gleichen, kann das eine nicht aus dem anderen hergestellt werden. Es handelt sich hier um zwei verschiedene Kulturen mit unterschiedlichen und nicht dokumentierten Geschichten. Gemäß einer Kombination aus Forschung und Spekulation deuten seine Ursprünge höchstwahrscheinlich nach Mexiko, wo M. L. Lutz 1899 die Existenz der Kristalle im Wasser des Ountia-Kaktus (auch bekannt als Kaktusfeige) dokumentierte, das von Natur aus süß ist.

Es gibt noch eine ähnliche Geschichte des Wasserkefirs, in der seine Herkunft auf Tibet zurückzuführen ist. Sie besagt, dass einige Mönche Mutter Teresa von Kalkutta Wasserkefirkulturen als Geschenk überreichten. Eine andere Geschichte erzählt, dass die Kristalle nach dem Krimkrieg in den 1800er-Jahren durch britische Soldaten auf den Ionischen Inseln und nach Westeuropa eingeführt wurden. Diese Geschichte bezieht sich jedoch höchstwahrscheinlich auf die Ingwerbierpflanze, die dem Wasserkefir sehr ähnlich ist, aber aus einer anderen Kultur stammt. Einige Menschen behaupten sogar, dass sich die eine Kultur vor langer Zeit aus der anderen entwickelt haben könnte. Wasserkefir wurde vermutlich auch im Kaukasusgebirge verwendet, woher die Kulturen für die Zubereitung von Milchkefir stammen.

Die Zubereitung von Wasserkefir

Die wichtigste Zutat für Wasserkefir sind die kleinen glitzernden Japankristalle. Erwerben kannst du sie in Naturkostläden oder bei diversen Anbietern von Naturkost im Internet, entweder als Starterkultur oder in getrockneter Form. In diesem Fall musst du die getrockneten Körnchen einige Tage nach Anleitung wässern, bevor du den Kefir herstellst. Sobald die Kristalle bereit sind und du den ersten Sud gebraut hast, wird du feststellen, dass sich die Kulturen vermehren. Je mehr Kristalle du hast, umso mehr Wasserkefir kannst du herstellen. Verwende für einen halben Liter Zuckerwasser etwa zwei Esslöffel von den Körnern. Die restlichen Kulturen kannst du im Kühlschrank aufbewahren oder an Freunde weitergeben.
Für die Zubereitung benötigst zu folgende Zutaten und Küchenutensilien:

Küchenutensilien

  • ein gläsernes Gärgefäß
  • Löffel auf Holz oder Kunststoff
  • Sieb aus Kunststoff oder Edelstahl
  • ein weiterer Behälter für einen Liter oder mehr zur Lagerung des fertigen Kefirs (leere saubere Saft- oder Essigflaschen eignen sich gut).

Für die Gärung werden Gegenstände aus Glas, Holz oder Kunststoff empfohlen. Die meisten fermentierten Lebensmittel einschließlich Wasserkefir vertragen sich nicht besonders gut mit Metallgeschirr oder Metallbehältern, die sie beschädigen können. Rostfreier Stahl gilt als sicher bei kurzzeitigem Kontakt, wie z. B. beim Abseihen oder Rühren.

Zutaten

  • Kefir Kristalle
  • Wasser: Ein Liter chlorfreies mineralhaltiges Wasser. Gefiltertes Wasser eignet sich nicht, weil es arm an Mineralien ist, welche für den den Gärvorgang enorm wichtig sind. Am besten eignet sich Wasser aus der Leitung oder Quell- und Mineralwasser.
  • Zucker: Rohrzucker oder weißer Kristallzucker. Wasserkefirkristalle entwickeln sich am besten mit einer Kombination von Rohr- und Kristallzucker.
  • Stoffbeutel: Ein kleiner Beutel bietet sich optional an, um die Trockenfrüchte oder Kristalle während des Gärvorganges getrennt zu halten, ist aber nicht zwingend notwendig.
  • ungeschwefelte Trockenfrüchte, die zum Geschmack beitragen und insbesondere hilfreich sind, wenn du ausschließlich Kristallzucker verwendest. Das Obst liefert Mineralien, die in dem verarbeiteten weißen Zucker fehlen.

Step by Step

1. Der erste Schritt besteht darin, die Körner zu sieben und die Zuckerflüssigkeit zu entsorgen.

2. Dann gibst du die gespülten Körner in ein sauberes Glas. Es ist egal, ob es ein schmales oder ein breiteres Glas ist.

3. Für den ersten Ansatz fügst du Zucker nach Wahl (weiß, braun, roh oder eine Mischung) hinzu.

4. Gieße Leitungs- oder Mineralwasser (Zimmertemperatur) hinzu. Achte darauf, dass bis zum Rand etwas Platz frei bleibt. Rühe nun den Zucker mit einem Holz- oder Kunststofflöffel um, bis er sich aufgelöst hat.

5. Schließe das Glas.

6. Lasse nun den Ansatz an einem dunklen oder Ort oder bei natürlichem Licht (keine direkte Sonneneinstrahlung) etwa 48 Stunden lang ruhen. Wenn du an das Glas klopfst, siehst du, wie die Bläschen langsam an die Oberfläche steigen.

7. Wenn dein Wasserkefir fertig ist, entferne den Wasserkefirpilz aus dem Glas. Fülle das prickelnde Gebräu in Flaschen ab und verschließe es mit einem Deckel. Bewahre den Wasserkefir entweder im Kühlschrank auf oder lasse ihn noch ein paar Tage stehen, um weiter zu gären. Nach Belieben kannst du das Getränk mit zusätzlichem Zucker, Vanilleextrakt, Zimt, Ingwer, frischer Zitrone, Limette, Orangen oder weiteren Früchten verfeinern.

Fragen zum Wasserkefir

Wie lange sollte man Wasserkefir gären lassen?

Die Dauer der Fermentation hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu zählen die Temperatur und Jahreszeit, die bevorzugte Menge an Zucker- und Alkoholgehalt sowie die Anzahl der Kefir Kristalle je Liter des Zuckerwassers. Bei der Temperatur gilt Folgendes: Je kühler die Bedingungen sind, um so länger dauert die Gärung und je wärmer die Umgebung ist, umso schneller ist der Prozess abgeschlossen. Wenn du den Kefir bei Zimmertemperatur fermentierst, dauert es je nach Raumtemperatur und Jahreszeit zwischen 12 bis 48 Stunden während der Vorgang im Kühlschrank bis zu sieben Tage dauert.
Die Japankristalle beeinflussen die Dauer der Fermentation durch ihre Menge. Je mehr Kristalle du in das Zuckerwasser gibst, umso schneller ist die Fermentation abgeschlossen und dementsprechend langsamer gelingt sie bei einer geringeren Menge an Wasserkefir Pilzen. Für den bestmöglichen Geschmack sowie eine perfekte Konsistenz des Wasserkefirs reichen im Normalfall etwa vier Esslöffel Kefir Kristalle pro Liter gezuckertes Wasser, das du 24 bis 48 Stunden gären lassen solltest. Die Süße deines Kefirs beeinflusst du mit der Länge der Fermentation. Nach 24 Stunden haben Hefepilze und Bakterien den Zucker nur gering verstoffwechselt, sodass sein Gehalt dementsprechend hoch ist, während er bei einem längeren Zeitraum abnimmt.

Welcher Zucker sollte für Wasserkefir verwendet werden?

Welcher Zucker für Wasserkefir verarbeitet wird, richtet sich nach der persönlichen Vorliebe, wobei einige wichtige Dinge bei der Wahl des Zuckers zu beachten sind. Dazu sollten vor der Zubereitung die Inhaltsstoffe auf dem Etikett beachtet werden. Einige Zuckersorten enthalten Trennmittel oder andere Inhaltsstofe, die die Funktion der Kefir Kristalle beeinträchtigen könnten. Deshalb verwende immer einfachen Zucker ohne Zusatzstoffe. Folgende Zuckerarten eignen sich für Wasserkefir:
Raffinierter weißer Zucker: reiner weißer Zucker, der ideal für einen gut sprudelnden und neutral schmeckenden Kefir ist. Durch seine Weiterverarbeitung ist er weniger beliebt.
Bio-Rohrzucker: Da er nicht so weiterverarbeitet wird wie Tafelzucker, behält der verdunstete Rohrsaft mehr Nährstoffe aus dem Zuckerrohr zurück. Diese Art von Zucker wird sehr häufig für Wasserkefir verwendet und ergibt einen süßen Wasserkefir, der sprudelt und einen guten Geschmack bietet.
Rohrohrzucker: Es ist ein teilweise raffinierter Zucker, der einen Teil der ursprünglichen Melasse aus dem Zuckerrohr zurückbehält, einen feinen Karamellgeschmack hat, aber recht teuer ist.
Brauner Zucker: Weißzucker mit Melasse als Zusatz, der einen hohen Mineralstoffgehalt besitzt.
Ahornsirup: Dieser Zucker wird aus dem Saft der Zuckerahorns hergestellt, der durch seine Reichhaltigkeit nur in Verbindung mit Rohrzucker zu verwenden ist.
Zuckerersatzstoffe: z. B. Agavensirup und Stevia eignen sich nicht für die Gärung der Japankristalle, können dem Kefir nachträglich hinzugefügt werden, nachdem die Kristalle entfernt wurden.

Wie viel Wasserkefir ist gesund?

Für eine gesunde Menge an probiotischen Bakterien reicht bereits ein 200 ml Glas Wasserkefir am Tag. Für therapeutische Zwecke ist eine größere Menge bis zu einem Liter zu empfehlen, um das beste Ergebnis zu erzielen. Welche Menge Wasserkefir du verträgst, hängt von deinem Magen und Darm ab. Die meisten Menschen vertragen Wasserkefir, wobei teilweise ein minimales Risiko für unerwünschte Symptome besteht. Wie bei anderen probiotischen Nahrungsmitteln gehören beim Wasserkefir zu den häufigsten Nebenwirkungen Verdauungsproblemen wie Blähungen, Übelkeit, Verstopfung und Krämpfe. Bei fortgesetztem Verzehr regeneriert sich der Darm und die Beschwerden nehmen verhältnismäßig schnell ab. Wenn du zum ersten Mal Wasserkefir trinkst und keine Erfahrung im Umgang mit fermentierten Lebensmitteln hast, solltest du am ersten Tag mit einer halben Tasse beginnen. Nach einiger Zeit kannst du so viel trinken, wie du möchtest.

Wie viele Kalorien hat Wasserkefir?

Die Kalorien im Wasserkefir bestimmt der Gehalt an Zucker, den wir dem Wasser zufügen und mit dem sich die Wasserkefirpilze buchstäblich ernähren. Die Menge in dem Endprodukt hängt von der Temperatur und Umgebung ab und sollte extrem niedrig sein. Eine Tasse Wasserkefir hat etwa 10 Kalorien, wobei die Anzahl je nach Geschmacksrichtung variiert. Den niedrigsten Zuckergehalt hat Wasserkefir, der mit Zitrone, Ingwer, Kurkuma oder Vanille angereichert ist, da diese Aromen keinen Zucker enthalten während andere Geschmacksstoffe aufgrund der Gärung immer noch einen niedrigen Zuckergehalt aufweisen.

Wie sollte man Wasserkefir aufbewahren?

Der fertige Wasserkefir ist folgendermaßen zu lagern:
Bei Raumtemperatur (20 Grad bis 26 Grad Celsius): drei bis vier Tage
Im Kühlschrank (4 Grad bis 7 Grad Celsius): zwei bis drei Wochen
In der Gefriertruhe (0 Grad bis – 16 Grad Celsius): ein bis zwei Monate oder länger

Empfohlen wird eine kühle Lagerung. Im Kühlschrank kann der Kefir unter Zugabe von Trockenfrüchten zwei bis drei Wochen im Zuckerwasser ruhen. Nach spätestens vier Wochen Können die Kristalle mit Frischwasser neu angesetzt werden. Bei einer langsamen Fermentation entwickelt das Getränk köstliche Geschmacksrichtungen, die dem Süßmost ähneln. Kefir hält sich zudem im trockenen oder gefrorenen Zustand recht lange und kann als außergewöhnliches Geschenk oder kleine Aufmerksamkeit weitergegeben werden.

Wie lange ist Wasserkefir haltbar?

Wasserkefir gärt immer weiter und wird nicht unbedingt schlecht. Er muss gekühlt aufbewahrt werden und gärt in einem langsamen Tempo weiter. Einige Geschmacksrichtungen neigen dazu, schneller zu gären als andere, weil in den Früchten mehr natürlicher Zucker enthalten ist wie z. B. bei Zitrusfrüchten und Ananas. Die anderen Sorten gären etwas langsamer. Wasser-Kefir ist am besten innerhalb von zwei Monaten und in weniger als drei Wochen zu verbrauchen, wenn er Ananas und Zitrusaromen enthält. Da es sich um ein lebendiges Getränk handelt, könnte die Dauer etwas variieren.

Wie viel Zucker hat Wasserkefir?

Der Gehalt an Zucker im Wasserkefir richtet sich im Wesentlichen an der Länge der Fermentierung. Je länger das Gebräu fermentiert, umso niedriger ist der Zuckergehalt. Wenn du deinen Wasserkefir 48 Stunden mit einer bestimmten Menge an Zucker gären lässt, ist der Zuckergehalt bedeutend niedriger, als wenn du ihn 24 Stunden mit der gleichen eingesetzten Zuckermenge fermentieren lässt. Das liegt daran, dass sich die Hefepilze und Bakterien in dieser kurzen Zeit noch nicht genügend verstoffwechseln konnten. Lässt du dein Gebräu jedoch zu lange gären, haben die Hefen den gesamte Zucker verbraucht. Dann stoppt die Fermentation und es bleibt eine essigartige Flüssigkeit übrig, die äußerst sauer schmeckt.

Warum wächst mein Wasserkefir nicht?

Wenn sich die Kristalle in deinem Wasserkefir nur langsam oder gar nicht vermehren, liegt dieses wahrscheinlich an dem Wasser oder Zucker, den du verwendest. Weil dein Kefir zur Vermehrung Kalzium und weitere Spurenelemente benötigt, sollte vorzugsweise normales Leitungswasser eingesetzt werden. Es ist im Gegensatz zu handelsüblichem Wasser unbehandelt und kalkhaltig, was sich für die Produktion von Kefir Kristallen besonders gut eignet. Beim Zucker solltest du statt weißem Kristallzucker besser auf Rohrzucker oder Rohrohrzucker zurückgreifen, da diese Sorten Melasse beinhalten, die über reichlich Mineralstoffe verfügen.

Warum sollte man Trockenfrüchte für Wasserkefir verwenden?

Zu den wichtigsten Zutaten zur Herstellung von Wasserkefir gehören die richtige Zuckersorte und Trockenfrüchte. Beide Rohstoffe bilden die Nahrungsgrundlage für die Kefirkulturen, wobei Trockenfrüchte neben dem gewünschten Geschmack eine bedeutende Stickstoffquelle bieten, die bedeutend für das Wachstum der Zellwände sind. Der Klassiker unter den Trockenfrüchten zur Anreicherung des Wasserkefirs sind Feigen, Datteln, Rosinen, Weinbeeren, Cranberrys, die neben dem Geschmack eine Vielzahl an Mineralien und Vitaminen enthalten. Weitere geeignete Früchte sind getrocknete Erdbeeren, Himbeeren, Pflaumen sowie getrocknete Blaubeeren, Aprikosen, Ananas und Sauerkirschen, die je nach Belieben ein mildes fruchtiges oder süßsaures Geschmackserlebnis bieten.
Die Auswahl an geeigneten Früchten für Kefir ist recht vielfältig. Zu beachten ist allerdings, dass sie ungeschwefelt und frei von chemischen Konservierungsmitteln sind, weil diese das Wachstum der Kefir Kristalle beeinträchtigen. Um Verunreinigungen des Gäransatzes durch Schimmelpilze und fremde Bakterien zu vermeiden, sollten den Trockenfrüchten einige Zitronenscheiben hinzugefügt werden. Sie sorgen für ein frisches säuerliches Aroma und sind reich an Antioxidantien, die durch die Neutralisierung der „freien Radikalen“ zur Gesundheit beitragen.

Welches Wasser sollte man für Wasserkefir verwenden?

Verwende ausschließlich Wasser, dass frei von Verunreinigungen und Chlor ist, um die Gesundheit der Kefirkristalle zu erhalten. Dabei brauchst du dich nicht lange mit der immensen Auswahl an den verschiedenen Mineralwassersorten beschäftigen. Verwende einfach das Trinkwasser aus der Leitung, denn es ist meistens besser als Wasser aus dem Handel, da die Qualität des Trinkwassers regelmäßig überprüft wird. Es verfügt über genügend Mineralstoffe und kann es vom Geschmack her mit jedem Tafelwasser aufnehmen. Zudem spart es Ressourcen, Zeit, Fahrten zum Getränkemarkt, mühsames Tragen von Wasserkisten und schont deinen Geldbeutel. Auf der sicheren Seite bist du, wenn du dich bei den zuständigen Stadt- oder Wasserwerken vor Ort über die Qualität des Trinkwassers erkundigst.

Woraus bestehen Wasserkefir Kristalle?

Wasserkefir Kristalle bestehen aus verschiedenen Hefen wie Candida, Saccharomyces und verschiedenen Milchsäurebakterien, die in einer symbiotischen Beziehung zueinanderstehen und durch den Mehrfachzucker (Polysaccharid) Kefiran miteinander verbunden sind. Sie bilden aus den nützlichen Bakterien eine Kultur, die aus kleinen gallertartigen Kristallen bestehen und das gezuckerte Wasser in ein fermentiertes sprudelndes Gebräu verwandeln. Vergleichbar ist die Funktion der Wasserkefir Kristalle mit dem Teepilz Scoby, der zur Herstellung von Kombucha eingesetzt wird. Wie der Scoby wird der Wasserkefir Pilz in jedem Land anders genannt. So trägt er in Frankreich den Namen Graines Vivantes (lebendende Körner) und in Italien Kefir di Frutta (Fruchtkefir). Weitere Bezeichnungen sind Japanische Meeresalgen, Himalaya Kristalle, Wasserkristalle, Californian Bees und Tibicos.

Darf man Wasserkefir mit der Hand berühren?

Die Kefirkristalle dürfen nicht mit den Händen bzw. Fingern in Berührung kommen, weil es ansonsten zu einer Kontaminierung kommen könnte. Im Grunde genommen sollte insgesamt rund um die Zubereitung von Wasserkefir die Sauberkeit im Vordergrund stehen. Bei jedem neuen Ansatz sollten die Gefäße gründlich mit Spülmittel und warmen Wasser gereinigt werden. Da Insekten (insbesondere Fruchtfliegen) buchstäblich auf den Geruch von gegärtem Wasserkefir fliegen, sollten die Gefäße immer sorgfältig mit Frischhaltefolie oder einem sauberen Küchentuch bedeckt werden. Ansonsten sollten für die Zubereitung des Gebräus Gefäße und Küchenutensilien aus rostfreiem Stahl, Kunststoff und Glas benutzt werden.

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